Brief zu Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier von Pontosgriechen

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Steinmeier,

nach dem Putschversuch von 2016 ist die Türkei entschlossen ein Polizeistaat zu werden. Die türkische Regierung hat über Hunderttausende Beamte entlassen und Tausende Lehrer, Journalisten, Politiker und viele Leiter des Sozialwesens inhaftiert.

Die Türkei hat bereits ihre Absichten angekündigt und heute (9. Oktober 2019) dem kurdischen Volk den Krieg erklärt. Millionen von Flüchtlingen aus dem arabischen Syrien werden umgesiedelt beziehungsweise im nordöstlichen Syrien von Kurdistan „als Gäste empfangen“. Gleichzeitig werden eine Million einheimische Kurden zwangsweise deportiert.

Sie führt ihre standhafte Politik weiter und wie immer zeigt sie kein Interesse gegenüber der genötigten Versetzung der Flüchtlinge die ein Verbrechen gegen die Menschheit und ein Abkommensbruch der Vereinten Nationen für die Flüchtlinge ist. Wenn sie es doch schafft und ihr Ziel erreicht hat, werden wir erneut eine gewalttätige demographische Veränderung erleben die als Hintergrund die standhafte Genozidpolitik der Türkei auf Kosten eines weiteren Volkes und zwar des kurdischen hat.

Wir die Pontosgriechen sind ein Volk das den Genozid, die Gewalt, die Vertreibung und den Verlust der Heimatgebiete erlebt hat und das Recht als Christenvolk unsere Toten zu beerdigen uns entzogen wurde. Die Bewahrung der Menschenrechte, ihre allgemeine Beachtung und Förderung werden für uns weiterhin und konstant an erster Stelle unserer Prioritäten sein, auf nationaler und internationaler Ebene. Für uns sind die Menschenrechte kein Privileg sondern ein Gut aller Bürger. Sie erlauben uns hier zu sein, etwas zu erschaffen und die Menschentugenden und Werte weiter zu entwickeln.

Wir fordern den deutschen Bundestag, als Mitgliedstaat des Sicherheitsausschusses der UNO, den vom türkischen Imperialismus geplanten kurdischen Völkermord in Syrien unmittelbar abzuwenden, der in der Vergangenheit für schwerste Völkermorde verantwortlich ist wie zum Beispiel: den Völkermord der Armenier, der Pontosgriechen, der Assyrer und der Zyprioten die seit 1974 und bis heute für die Befreiung von der türkischen Invasion und Militär kämpfen und natürlich für die Wiedervereinigung der Insel von Aphrodite, der Republik Zypern . Nach dem Fall der „Schandmauer“ am 9. November 1989 in Berlin und der Wiedervereinigung Deutschlands ist Zypern im Jahr 2019 das einzige geteilte Land in Europa!

Sehr geehrter Herr Bundespräsident

Jedesmal wenn eine Gewalttat leider begangen wird und wir nicht darüber sprechen, begegnen wir eine Hekatombe einer Schande. Jedesmal wenn wir für die Vergessenheit Platz machen oder den Blick von den Bestialitäten abwenden, passiert das nächste Massaker. Wenn der Völkermord der Armenier, der Pontosgriechen und der Assyrer anerkannt gewesen wäre, hätte die Invasion auf Zypern nicht passiert, es hätte keinen Völkermord der Kurden gegeben und sie hätten gestern Afrin nicht erreicht und wären heute nicht in Syrien eingedrungen.

Mit aller Ehrlichkeit die uns auszeichnet, glauben wir fest daran daß der Frieden niemals auf Fundamente der Vergessenheit geschlossen werden darf. Der Frieden wird herrschen wenn wir als Menschen, als Gesellschaft, als Völker und Staaten die wiederholten gleichen Fehler vermeiden. Unsere einzige Gewährleistung ist dieses Ziel zu erreichen.

Hochachtungsvoll

Im Auftrag der Pontischen Vereine aus Baden Württemberg

Dr. Ioannis Moisidis | Eleni Sidiropoulou | Ioannis Intzes

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